Natürliches Brainstorming

Feierabend- Waldspaziergang. Da es kurz nach Verlassen der Arbeitsstätte düster zu werden beginnt, muss man sich beeilen um noch Nicht-Nacht-Outdoorfotos zu schießen. Ein Wald ist in einer solchen Lage stets eine der ungeeignetsten Locations, aber der Weg ist schön, und wir wollten noch ein größeres Ringel laufen.

Meine Bemühungen der zunehmend komplizierten Lichtsituation Herr zu werden konzentrierten sich bei offenster Blende auf die Reduktion der Verschlusszeit, was mit einer MFT-Kamera unterhalb der 1/80 Sekunde bei 60mm unspaßig wird – so ruhig kann man gar nicht ausatmen. Und spätestens seit dem letzten verrauschten Familienfoto weiß ich sicher, dass ISOs oberhalb der 1600 bei meinen Kameras ein konfettiartiges Farbrauschfestival zu veranstalten pflegen.

Als es nun definitiv tatsächlich absolut zu dunkel für Bilder aus der Hand wurde, vernahm ich den Rat meiner lieben Frau, doch einfach den internen Blitz zuzuschalten… DEN INTERNEN BLITZ!!! Jeder halbwegs ambitionierte Fotograf, der etwas auf sich hält und auch nur ansatzweise mit dem Thema „Kunstlicht“ vertraut ist, wird diese Möglichkeit niemals in Erwägung ziehen, selbst dann nicht, wenn alles Licht der Sonne für immer verschwünde.
Statt dessen hat der Knipser mit Niveau stets einen oder mehrere Aufsteckblitze in der Tasche zu haben, selbstverständlich mit Fernauslösetechnik zum entfesselten Blitzen. Habe ich zwar auch, allerdings im Kamerarucksack daheim.

Also überwand ich meine Abneigung und spielte mit Licht und Schatten. Also eher mit Schatten und totgeblitzten Vordergrundelementen. Das Blatt kam mir da gerade recht.

Daheim dann noch schnell Ping-Pong-Brainstorming mit meiner Frau gemacht und Herbstbegriffe in das Blatt integriert. Lichtsetzung für die Textelemente wäre noch schön gewesen, aber es ist spät.

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