Es Raachermannl

Wohlan, Ihr Banausen. Heute mal a weng gebirgische Weihnachtstradition für die letzte Adventswoche dies Gahr.

1. Gahr für Gahr gieht’s zun Advent of’n Buden nauf,
werd e Mannel aufgeweckt: „Komm, nu stehste auf!“
Is es unten in dr Stub, rührt sich’s net vom Flack,
stieht wu’s stieht, doch bal gieht’s lus,’s blest de Schwoden wag.   

Wenn es Raachermannel nabelt un es sat kaa Wort drzu,

un dr Raach steigt an dr Deck nauf,
sei mr allezamm su fruh.
Un schie ruhig is in Stübel, steigt dr Himmelsfrieden ro,
doch im Harzen lacht’s un jubelt’s;
Ja, de Weihnachtszeit is do.  

2.’s hot zwaa stackendürre Baa un en huhlen  Leib,
zieht bedachtig an dr Pfeif zu sen Zeitvertreib.
Hot e fei schies Gackel a, of’n Kup en Hut,
ober Maul un Nos sei schwarz, weil’s viel dampen tut.   

Wenn es Raachermannel …  

3.Kimmt zun Fast dr gruße Gung aus dr Fremd eham,
springt dr Klaane rim vür Frad, ach, dos is e Lab’n!
Bricht drnoch de Dammring rei, nam mr’n Raachermah,
stelln ne mitten of’n Tiesch, zündn e Kerzel a.   

Wenn es Raachermannel …  

4.Is dr Heilige Ohmd nu ra, werd jed’s zu en Kind.
Wieder warn in jeden Haus Lichter agezündt.
Jed’s hofft, daß ’s zun Heiling Christ e a Packel kriegt.
Überol is Glanz un Pracht, un wie gut dos riecht.   

Wenn es Raachermannel …   
Erich Lang, Adventszeit 1937
Quelle mit Übersetzung ins Hochdeutsche 




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