Murmeln

Das Schöne an Kunst ist unter Anderem, dass man all jene die seine bzw. ihre Ausdrucksform nicht gutheißen, als Banausen beschimpfen kann. Selbst wenn der Begriff lediglich als billiger Euphemismus für produzierten Müll missbraucht wird.

Viel mehr gibt es zu diesem Bild nicht zu sagen.

Zu Kunst könnte man allerdings noch einige Bibliotheken füllen.
Die Bezeichnung ist für mich viel zu Abstrakt, als dass ich sagen könnte, ich mag Kunst oder bin künstlerisch tätig. Der Unterschied von Kunst und Müll ist für mich ein emotionaler; spricht mich ein Bild / eine Statue / eine Installation direkt an und ich kann verweilend eine Interpretation erschließen, oder rümpfe ich lediglich die Nase und wünschte man würde dem Maler z.B. die Pinsel aus dem Atelier reißen und sie in seinen Allerwertesten stecken.

Ich möchte nicht als glorifizierender Anhänger des Proletariats in das öffentliche Gedächtnis eingehen, aber für mich ist Kunst meinetwegen alltägliche Schwierigkeiten besonders clever oder geschickt zu bewältigen. Schonmal einem alteingesessenen Fliesenleger über die Schulter geschaut? Oder wie eine Mama ein zappelndes Kind wickelt wo es einfacher erschiene einen Sack Flöhe zu hüten? Wie ein LKW Fahrer rückwärts in eine unglaublich enge Gasse einparkt?

So ist für mich auch in der Fotografie die Bewältigung von Widrigkeiten Kunst. Je optimaler und vorhersehbarer die Ergebnisse, desto weniger emotional sind die Bilder für mich. Dass heißt nicht, dass ich diese nicht mag, ich würde sie nur nie als Kunst bezeichnen. 

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