Außer Spesen…

Nachdem ich vor zwei Wochen von der bevorstehenden längsten Mondfinsternis des Jahrhunderts gelesen hatte, war ich direkt Feuer und Flamme meine bislang besten Bilder des Erdtrabanten anfertigen zu wollen. Ein regelrechter Mond-Hype war entstanden, so schien mir. Das Wetter war während der gesamten Zeit hervorragend und der Zeitpunkt, an einem Freitagabend zur Primetime, perfekt.

So wälzte ich Blogartikel zu Mondfinsternissen und Astrofotografie, Wetterprognosen und Landkarten für die richtige Location. Am Schicksalstag zogen langersehnte Regenwolken auf, Klasse, dachte ich mir, Wolken dramatisieren den Himmel schön. Auch die Natur erfreute sich am endlich wieder fallenden Regen, leider war es wohl kaum genug.

Ich fand noch 4 Interessierte Mondgucker die mich nach Bernsbach an den Spiegelwald mitnahmen. Dort angekommen mussten wir uns zunächst einen Pfad durch das Dickicht zurückerobern, in Sandalen und kurzen Hosen. Im reichlichen Dämmerlicht durchquerten wir ein Waldstück und ein Feld um zum möglichst geeigneten Spot zu gelangen. Rückzu zum Auto sollten wir später einsehen, dass der Weg an der Straße kürzer und einfacher gewesen wäre, aber wohl weit weniger abenteuerlich. Gehört halt dazu.

Stativ aufgebaut, kleine Lumix befestigt und ab in den Serienbildmodus für eine Timelaps des Mondaufgangs. Weitwinklig versteht sich, die Bewegung des leuchtend roten Mondes sollte im Finalen Video für sich sprechen. Für meine Verhältnisse relativ schnell optimale Einstellungen getroffen. Auf das große Stativ sollte auch die große Canon mit Teleobjektiv. Und dann warten..

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Und warten. Zwischendurch immer mal wieder ein wenig Mond, aber dann auch wieder nur Dunkelheit. Ein Kollege packte dann zur Freude aller bunt leuchtende Jonglierbälle aus, was mich selbstverständlich zwang ein kurzes Objektiv aufzusetzen und Langzeitbelichtungen zu machen. Seehr psychodelisch, aber der hatte’s drauf.

Kurzum: Von der Finsternis haben wir kaum etwas gesehen, außer das der Mond ab und an durch die Wolkendecke schimmerte. Um uns herum konnte man allerdings zahlreiche Sterne beobachten, was meine Frustration nicht gerade besänftigte. Dennoch war es ein schöner Abend mit feinen Leuten und eine Bereicherung für meinen Erfahrungsschatz

Galerie zum Ausflug

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